Heyrothsberge kassiert bittere 1:4-Heimpleite gegen Groß Santersleben.
Von Björn Richter (Volksstimme, 11.03.2025)
Der kurze Videoclip hat es übers Wochenende zur fast schon virulenten Verbreitung über die sozialen Netzwerke gebracht. Und bei aller Anerkennung für Torschütze Wojciech Banas – die Szene aus der 83. Minute stand auch sinnbildlich dafür, dass Pech und Unvermögen am Sonnabend eine unheilvolle Beziehung beim SV Union Heyrothsberge eingingen. Da war zunächst der Ballverlust auf Höhe des Anstoßkreises, aber dann war da eben auch die 35-Meter-Bogenlampe vom Groß Santersleber Kunstschützen, die zum 1:4 (1:1)-Endstand im Landesklasse-Duell beider Clubs ins Gastgebergehäuse fiel.
Union-Trainer Marcel Gieseler fühlte sich nach dem Abpfiff entsprechend verbittert an seine Worte vor dem Spiel erinnert: „Ich habe den Jungs mit auf den Weg gegeben, dass wir uns eigentlich nur selbst schlagen können. Der eine oder andere scheint das als Herausforderung gesehen zu haben.“ Christian Kloska sollte nicht dazu gezählt werden. Der Mittelfeldroutinier war es nämlich, der nach eigener vergebener Chance kurzerhand nachfasste und die 1:0-Führung besorgte (25.). Doch der Rest der Partie lief für die Gastgeber unter dem Motto: Es hätte so ein schöner Tag werden können.
Angefangen bei einem folgenschweren Patzer von Schlussmann Christopher Biegelmeier, der sich einen Schuss von Banas selbst ins Netz boxte (25.), ging es weiter zu einem Foulelfmeter mit Vorgeschichte: Weil Tom Raue nicht zu Unrecht als ehrliche Haut gilt, ließ sich die Heyrothsberger Offensivkraft bei einem Kontakt im Gästestrafraum nicht fallen. Stattdessen lief die Partie weiter und auf der Gegenseite konnte Eduard Schäfer nur noch mit unlauteren Mitteln klären. Die Einladung vom Elfmeterpunkt nutzte Carsten Madaus zur 2:1-Führung für „Santos“ (50.). Und weil sich auch Daniel Gropius bei einer hohen Hereingabe verschätzte und unter dem Ball hindurch tauchte, war der Weg frei für Christian Kutz, der das 3:1 (78.) besorgte.
Vor allem der Umstand, dass die Gäste mit ihrem minimalistischen Ansatz die drei Punkte entführten, wurmte den Coach des SV Union: „Der Gegner musste nicht das Geringste für den Erfolg tun. Einfach, weil wir uns an diesem Tag individuelle Fehler geleistet haben, die im Einzelfall alle fünf, sechs Jahre vorkommen.“ Ein Makel, den es schnell abzustellen gilt, wenn mit ausgedünnter Personaldecke beim SSV Samswegen am kommenden Sonnabend der erste Rückrundensieg eingefahren werden soll.
Union: Biegelmeier – Peukert, Gropius (87. Thorand), Taube (60. Schulze), E. Schäfer (75. Sensenschmidt), Westhause, Völckel, Kloska, Raue, Schlüter, Vogel (84. Adler)
Santersleben: Deupert – Ca. Madaus, Ch. Madaus, Adjioski, Ilijoski, Banas, Otto (80. Kleinau), Fernandes, Alicke (65. Hahn), Kutz
Tore: 1:0 Christian Kloska (25.), 1:1 Wojciech Banas (36.), 1:2 Carsten Madaus (50., FE), 1:3 Philipp Christian Kutz (78.), 1:4 Wojciech Banas (83.)
SR: Fabian Kopecki (Rochau); ZS: 37