Heyrothsberge und Möser liefern sich ein offeneres Duell, als es das Ergebnis ausdrückt.
Von Björn Richter (Volksstimme, 01.04.2025)
Nils Karbe mochte an eine Form von Magie gedacht haben. Nur, dass diese ebenso pechschwarz war wie die eigene Haarpracht, die sich die Offensivkraft der TSG Grün-Weiß Möser am Sonnabend regelmäßig raufte. Allein in der ersten Hälfte war der Gästestürmer im Landesklasse-Duell dreimal binnen zehn Minuten auf das Tor des SV Union Heyrothsberge zugelaufen. Zunächst verdribbelte sich der 21-Jährige und jagte den Abschluss über den Kasten (20.), dann sprang der Ball von der Torlatte zurück ins Feld (24.), ehe Versuch Nummer drei am langen Pfosten vorbeistrich (30.). Während den Gartenstädtern am Ende also einmal mehr ihre Verschwendungssucht auf die Füße fiel, bekannte die Gegenseite: „Mit ihren drei pfeilschnellen Leuten da vorn haben sie uns ganz schön zugesetzt. Zählt man die Chancen zusammen, wäre ein 5:3 realistischer gewesen“, erklärte Union-Trainer Marcel Gieseler. Für den letztlichen 5:1 (3:0)-Erfolg werden er und die Seinen sich dennoch kaum entschuldigt haben.
So waren die Hausherren bis zur Dreifach-Chance von Karbe auch das dominante Team, das zwar gefällig kombinierte, aber beim Kreieren von Abschlüssen etwas zu umständlich agierte. „Dass wir Möser nicht überrennen, war uns vorher klar. Das ist ein junger Gegner, der selbst Fußball spielen will. Und dagegen haben uns eben diesmal Standardsituationen zwei Tore beschert“, nahm der Gastgebercoach vorweg. So mussten Tom Raue (33.) und Daniel Gropius (41.) nur den Kopf an die zentimetergenau getretenen Eckbälle von Marco Westhause halten. Die kalte Dusche für den Gegner war perfekt, als Marcus Schlüter in der Schlussminute des ersten Abschnitts Dean-Robbin Taube auf die Reise schickte und der Außenbahnspieler zum 3:0 vollendete.
Grund zur Freude beim Trainer, der aber auch die Anfälligkeit seiner Hintermannschaft nicht leugnete: „Was wir mit dem Ball veranstaltet haben, hat mir sehr gut gefallen. Wenn wir aber so weit vorn drauf gehen und nachrücken, bleibt immer das Risiko bei gegnerischen Kontern. Zum Glück haben wir nach der Pause eine bessere Balance gefunden.“ So verlief auch die Phase nach Wiederbeginn ganz nach dem Gusto der Gastgeber. Bennet Vogel verarbeitete nach langem Ball von Gropius die Ablage von Christian Kloska zum 4:0 (54.). Die personell geschwächten Gäste, die mit einer völlig neu zusammengestellten Viererkette verteidigten, hinter der Feldspieler Robin Kloska im Tor aushalf, ergaben sich jedoch nicht ihrem Schicksal, sondern traten die Flucht nach vorn an. So belohnte sich Karbe schließlich auch, wenngleich Kevin Kloska mit seinem Tempogegenstoß die eigentliche Arbeit vor dem Ehrentreffer zum 1:4 geleistet hatte (63.).
So wollten die Hausherren die Begegnung aber nicht einfach austrudeln lassen und hatten einmal mehr in Karsten Völckel den Mann für besondere Momente in ihren Reihen. Einen abgefangenen Ball beförderte der Routinier von der Mittellinie aus per Volley-Bogenlampe ins Netz der TSG und bewarb sich mit seinem dritten Saisontreffer nachdrücklich für das Tor des Monats (74.). „Im Vergleich zu anderen Auftritten hatten wir dieses Mal eine sehr ordentliche Verwertungsquote“, stellte Gieseler zufrieden fest. Und schließlich lag genau darin auch der Unterschied zwischen den beiden Kontrahenten.
Union: Biegelmeier – Peukert, B. Schäfer (77. Adler), Gropius, Taube (84. Thorand), Völckel, Kloska (84. Hrachowitz), Raue, Schlüter, Westhause, Vogel (77. Hanke)
Möser: R. Kloska – Sachs, Henning (65. Thiele), Pilz (65. Altenkirch), Anders (46. Rölke), Rieche, K. Kloska, Preßler (46. Mertens), Küllmey, Friedhoff (46. Damczyk), Karbe
Tore: 1:0 Tom Raue (33.), 2:0 Daniel Gropius (41.), 3:0 Dean-Robbin Taube (45.), 4:0 Bennet Vogel (54.), 4:1 Nils Karbe (63.), 5:1 Karsten Völckel (74.)
SR: Denis Funk (Wespen); ZS: 63