Die Frage der „JL“-Vorherrschaft in der Landesklasse 2 ist wieder etwas offener geworden. Heyrothsberge revanchiert sich gegen Möser für die 1:3-Hinspielpleite und bleibt auch dank seines Ersatzkeeper zum zweiten Mal in Folge gegentorfrei.
Burger Volksstimme vom 24.03.2026
Die Frage, für welchen seiner Schützlinge es ihn am meisten gefreut hat, war aus Sicht von Marcel Gieseler schwer zu beantworten. Als gelernter Verteidiger startete der Coach des SV Union Heyrothsberge seine Aufzählung naturgemäß in der Defensive. Da war etwa Dean-Robbin Taube, der am Sonnabend zumindest wieder Bestandteil der Ersatzbank war, wobei nach zweiwöchiger Verletzungspause „ein Einsatz noch nicht zu verantworten war“. Oder Eduard Schäfer, der „sein erstes Spiel seit November bestritten hat“. In puncto Man-of-the-Match-Auszeichnung führte beim 2:0 (0:0)-Erfolg über die TSG Grün-Weiß Möser jedoch kein Weg an einem Unioner vorbei, dessen Einsatzort noch einige Meter hinter der Abwehrreihe liegt: Jamie Leopold hat den Heimsieg im Derby der Fußball-Landesklasse 2 wortwörtlich gepackt und festgehalten.
Welchen Verlauf der Nachmittag genommen hätte, wenn der Keeper nicht in sein rechtes unteres Toreck abgetaucht wäre, um einen Strafstoß vom Ex-Heyrothsberger Tim Rieche zu entschärfen (11.), blieb Spekulationsobjekt. Unstrittig war dagegen, dass der 19-Jährige den erkrankten Christopher Biegelmeier bestens vertrat, mit dem abgewehrten Rückstand seinen Vorderleuten einen emotionalen Schub verlieh und erstmals dem 3:0-Erfolg in Olvenstedt Ende Mai 2025 den Ball nicht aus dem Netz fischen musste. „Es ist immer eine schöne Sache für einen Torwart, wenn er gegentorfrei bleibt. Für Jamie war das erste Zu-Null-Spiel der Saison sicher auch eine Genugtuung. Aber dafür ist nicht zuletzt auch die gesamte Mannschaft verantwortlich“, erklärte Gieseler zu Leopolds siebtem Pflichtspieleinsatz der laufenden Serie.
Ohnehin standen in der Anfangsphase des Sonnabend die beiden Schlussmänner im Mittelpunkt. Nachdem Johannes Wöhler gegen TSG-Stürmer Nils Karbe etwas wenig Eindeutiges zwischen Ball und Gegner getroffen hatte, zeigte Schiedsrichter Tobias Petzke (Bismark) auf den Elfmeterpunkt – mit dem bekannten Ausgang pro Leopold. Auf der Gegenseite hatte sich bis zur Pause Alexander Vasükov auf den Weg gemacht, scheiterte aber an einer Glanztat von Grün-Weiß-Schlussmann Luca Rudolf.
Ohnehin glich das Topspiel des Tabellenvierten gegen den – inzwischen wieder ehemaligen – Spitzenreiter einem offenen Schlagabtausch. „Beide Mannschaften haben versucht, den Gegner durch hohes Pressing unter Druck zu setzen. Bei den Platzverhältnissen kam das aber nicht ganz so gut zur Entfaltung und das fußballerische Niveau blieb etwas auf der Strecke“, hatte der Union-Coach beobachtet. Doch alles gegenseitige Taktieren war drei Minuten nach der Pause hinfällig, als Vasükov cool blieb und für das 1:0 sorgte. Mehr als zwei Halbchancen brachte die Gegenseite als Antwort nicht hervor. „Möser hat nicht mehr die ganz große Intensität der ersten Hälfte an den Tag gelegt. Trotz der zwangsläufig daraus entstehenden Chancen schaffen wir es aber nicht, den Sack zuzumachen“, schilderte Gieseler.
Doch spätestens seit dem letztwöchigen 1:0-Siegtreffer in der Nachspielzeit beim SV Seilerwiesen dürften seine Schützlinge eine gewisse Expertise entwickelt haben, was späte Entscheidungen betrifft. Und so war es Christian Kloska, der in der Schlussminute letzte Zweifel am Derbysieg beseitigte, als er eine Flanke von Karsten Völckel zum 2:0-Endstand über die Linie drückte.
Union: Leopold – Peukert, E. Schäfer (89. Sensenschmidt), Fritz, Marth, Wöhler (70. Schulze), Völckel, Kloska (90. Vorhölter), Schlüter, Marks, Vasükov (80. Hanke)
Möser: Rudolf – Rick, Pilz, Rieche, Thiele, Nord (63. Friedhoff), Thiele, Rölke (82. Fähse), Karbe, Eickhoff, Moratschke (68. Eurich)
Tore: 1:0 Alexander Vasükov (48.), 2:0 Christian Kloska (90.); SR: Tobias Petzke (Bismark); ZS: 63
