SV Union Heyrothsberge e.V.

2026.03.14 – 19. SP: SV Seilerweisen – Union 0:1 (0:0)

Fußball-Landesklasse: Heyrothsberge fährt Auswärtssieg in letzter Sekunde ein.

Burger Volksstimme vom 17.03.2026

Der Trainer hätte seinen Frieden mit diesem Punkt in der Fremde gemacht. Als Marcel Gieseler vom Platz aus die Frage seiner Schützlinge erreichte, ob sie nun in diesem mutmaßlich letzten Angriff alles nach vorn werfen und die Konterabsicherung vollständig aufgeben sollten, verneinte der Coach der Heyrothsberger Landesklasse-Elf. Womöglich hat er aber auch schon geahnt, dass die Unioner in ihrer Auswärtsmission beim SV Seilerwiesen noch ein Ass im Ärmel hatten: Martin Peukert brachte den Ball von der rechten Seite in den völlig überladenen Strafraum herein und dort köpfte Tom Marks zum spätestmöglichen Zeitpunkt perfekt oben in den Torwinkel zum 1:0-Siegtreffer ein (90.+4).

Nicht nur aus reiner Empathie mit ihren ehemaligen Mitspielern Chris Noel Tilche und Christian Gropius, der inzwischen das Tor der Seiler-Elf hütet, sagte der Gästecoach: „So ein Ball landet zu diesem Zeitpunkt auch nur im Netz, wenn der Gegner weit unten in der Tabelle steht.“ Und entsprechend ihres vorletzten Ranges taten die Magdeburger dann auch das Erwartbare, stellten sich über weite Strecken der Partie mit Mann und Maus in die eigene Hälfte und ließen ihre Gäste am Bollwerk abprallen. „Also genau das, was uns in der Vorwoche in Groß Santersleben noch zum Verhängnis geworden ist.“

Im Großen waren die Unterschiede zur 0:2-Niederlage in der Börde dann auch nicht zu finden, in den Details aber schon. Da war vor allem die Qualität der herausgespielten Heyrothsberger Chancen: „Wir hatten dieses Mal nicht die Vielzahl an glasklaren Möglichkeiten“, bekannte Gieseler. Und während die Gegenseite gefühlt jeden Ball lang nach vorn auf Sturmspitze Daniel Stridde prügelte und ein Stoßgebet hinterherschickte, schlugen sich auch die zwei gröberen Patzer im Stellungsspiel der Unioner dieses Mal nicht negativ auf der Anzeigetafel nieder.

Ernsthaft geprüft wurde SVS-Keeper Gropius dann auch nur zweimal in der Anfangsphase, erst durch Karsten Völckel (5.), und zehn Minuten später von seinem Bruder Daniel, den nur wenig bei seinen angestammten Defensivaufgaben hielt. Davon abgesehen „haben und in vielen Situationen Durchschlagskraft und Tempo im letzten Drittel gefehlt“, wie der Union-Trainer bemängelte.

Symptomatisch für die fast schon sträfliche Arglosigkeit war auch eine Szene nach 60 Minuten: Tom Marks bekam im Strafraum der Hausherren zwar einen strafstoßreifen Kontakt zu spüren, taumelte aber weiter, um irgendwie doch noch einen Abschluss loszuwerden, anstatt die Einladung anzunehmen. „Wir dürften wohl das einzige Team der Liga sein, das alles unternimmt, um einen eigenen Elfmeter zu vermeiden. Ich kann den Spielern natürlich nicht sagen, dass sie sich fallen lassen sollen. Aber vielleicht lässt sich so ein Kontakt im Strafraum auch mal akustisch unterstreichen“, sagte Gieseler lakonisch. Und da sich Torjäger Marks noch den „Lucky Punch“ für die Schlussoffensive aufgespart hatte, waren alle im Lager der Gäste mit dem Ausgang des Nachmittags versöhnt – auch ohne Wiederholung des 9:0-Erdrutscherfolgs aus dem Hinspiel.

Die Wiedergutmachung für den Ausrutscher in Groß Santersleben ist ohnehin geglückt. Und so richtet sich der Blick an der Königsborner Straße auch vorfreudig auf den kommenden Sonnabend voraus, wenn es ab 15 Uhr zum Derby gegen den Spitzenreiter kommt. Vom amtlichen Zahlenwerk wollen sich der Tabellendritte und ihr Trainer aber nicht ablenken lassen. „Möser mag schwer in die Rückrunde hereingefunden haben. Aber wir wollen nicht der Gegner sein, gegen den sich alles zum Guten wendet. Da hilft uns natürlich die breite Brust nach so einem emotional aufgeladenen Sieg wie gegen Seilerwiesen ungemein.“

Seilerwiesen: Gropius – Schröder, Tilche, Skorsetz, Dreiling (69. Seegers), Theele (69. Brandt), Grzenda, Zoll, Rathsack, Tamaan (80. Moharam), Stridde

Union: Biegelmeier – Peukert, Gropius, Wöhler (87. Sensenschmidt), Fritz, Völckel, Kloska, Marks, Schlüter, Vasükov (69. Vogel), Marth (80. Hanke)

Tor: Tom Marks (90.+3); 

SR: Matthias Henke (Redekin); ZS: 19

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