SV Union Heyrothsberge e.V.

2026.06.20 – 30. SP: Union – SV 1889 Altenweddingen 3:2 (1:2)

Trotz verpasster Meisterschaft feiert Heyrothsberge einen versöhnlichen Abschluss gegen Altenweddingen – und erreicht zum spätestmöglichen Zeitpunkt sogar noch einen Meilenstein.

Burger Volksstimme vom 23.06.2026

Nicht nur in Ermangelung verlässlicher Zwischenstände aus neun Kilometern Luftlinie war sich der SV Union diesen Sieg einfach noch selbst schuldig. „Unsere Resthoffnung war zwar minimal. Aber wenn Möser wirklich noch einmal gepatzt hätte, wollten wir zur Stelle sein“, schilderte Marcel Gieseler. Und einer seiner Schützlinge vom SV Union Heyrothsberge war tatsächlich noch mal zur Stelle: In der zweiten Minute der Nachspielzeit kam Hannes Schulze zu einer der unzähligen Gelegenheiten an diesem Samstagnachmittag, behielt die Nerven und schoss sein Team zum 3:2 (1:2)-Heimsieg über den SV Altenweddingen.

Da die TSG Grün-Weiß bekanntlich ihre meisterliche Pflicht gegen den TSV Kleinmühlingen/Zens mit 4:0 erfüllte, blieb den Unionern „nur“ der Vizetitel in der Fußball-Landesklasse 2. „Am Ende ist der Aufstieg für Möser auch absolut verdient. Wir drücken den Jungs die Daumen, dass sie sich in der Landesliga behaupten“, schickte der Heyrothsberger Trainer faire Glückwünsche die B1 hinauf. Und letztlich war das beste Rückrundenteam auch mit sich im Reinen: „Die Ziele, die wir uns gesteckt haben, sind erfüllt“, sagte Gieseler. Denn nebenbei war der späte Siegtreffer durch Schulze auch noch mal ein Beleg dafür, wo der Offensivfußball in der Staffel 2 sein Zuhause hat: Zum spätestmöglichen Zeitpunkt der Saison knackte das torhungrigste Team der Liga die Marke von 100 Saisontreffern.

Entsprechend zielstrebig gingen die Unioner die letzten 90 Minuten vor der Sommerpause an und setzten ihre Gäste früh unter Druck. „Es macht die Sache aber nicht einfacher, wenn der Gegner in einem tiefen Block steht. Wir wurden vor Aufgaben gestellt“, zollte der Heyrothsberger Coach dem Gegner Anerkennung und musste auch feststellen: „Altenweddingen war wahnsinnig effizient.“ Denn gejubelt wurde zunächst aufseiten des SVA, dessen erste Chance Jason Rein zur 1:0-Führung nutzte (12.). Später packte Philipp Selent aus der Distanz einen Schlenzer zum Niederknien aus und verwertete auch die zweite Altenweddinger Gelegenheit (29.).

Doch vor allem einer unter den Platzherren hatte etwas gegen einen abschließenden Misserfolg: Alexander Vasükov verwertete zunächst eine flache Hereingabe von Schulze zum 1:1-Ausgleich (26.) und bügelte zehn Minuten nach der Pause auch den neuerlichen Rückstand aus. Im Dickicht der Altenweddinger Abwehrbeine fand der 21-Jährige die Lücke und belohnte sein Team mit dem 2:2 (55.). Schon in dieser Phase hatte die Begegnung Züge von Einbahnstraßenfußball angenommen und die Heyrothsberger Dominanz nahm weiter zu. Allein, die Kugel fand zunächst kein drittes Mal den Weg ins Gästetor. Die Hausherren ließen etliche Hochkaräter liegen, ehe die zweite Trinkpause vor Anbruch der Schlussviertelstunde den Belagerungszustand unterbrach. Zwar lag Möser zu diesem Zeitpunkt bereits auf Titelkurs, doch mit einer Punkteteilung wollten sich die Unioner nicht begnügen. „Der Druck war irgendwann so groß, dass das 3:2 eine Frage der Zeit war. Aber der Treffer fällt dann doch spät, sehr spät sogar“, schilderte Gieseler die Geduldsprobe, die seine Schützlinge aber durch Schulzes 19. Saisontreffer doch noch meisterten.

Entsprechend gelöst präsentierte sich auch die Stimmung beim anschließenden Mannschaftsabend, der später mit dem 2:1-Erfolg der deutschen Nationalmannschaft bei der WM über die Elfenbeinküste sein Happy-End fand. Nicht nur aufgrund der auffälligen Parallele eines späten Siegtreffers fiel das Fazit des Tages ungetrübt aus: „Wir wollten die drei Punkte – egal wie. Natürlich waren die 100 Saisontore unser Ziel B. Schön, dass wir diesen Punkt auch abhaken konnten“, bilanzierte Gieseler, der sein Team nun in die verdiente, dreiwöchige Pause verabschiedete. Zwar besteht in der Zwischenzeit die Gelegenheit zum Training auf freiwilliger Basis, offiziell nimmt die Vorbereitung jedoch erst am 14. Juli ihren Anfang an der Königsborner Straße.

Union: Biegelmeier – Schäfer, Sensenschmidt (73. Vorhölter), Fritz, Marth, Völckel, Kloska, Marks, Schulze, Vasükov, Vogel (81. Hrachowitz)

Tore: 0:1 Jason Rein (12.), 1:0 Alexander Vasükov (26.), 1:2 Philipp Selent (29.), 2:2 Alexander Vasükov (55.), 3:2 Hannes Schulze (90.+2) 

SR: Peter von Elsner (Magdeburg); ZS: 70

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