Nach einem wilden Schlagabtausch muss Heyrothsberge Platz eins abgeben.
Burger Volksstimme vom 13.10.2026
Die Meinungen über die Nachspielzeit gingen am Sonnabend in Neuenhofe weit auseinander. Objektiv gesehen hätten sieben Treffer in der zweiten Hälfte wohl auch mindestens ebenso viele Minuten gerechtfertigt. Für den gastgebenden Landesklasse-Aufsteiger dürfte sich dagegen jede weitere Sekunde wie eine Zumutung angefühlt haben. Und beim SV Union Heyrothsberge? Wollte man die Schuld an der 4:5 (0:2)-Niederlage nicht an den letztlich nur drei gewährten Zugabeminuten festmachen: „Daran lag es nun wirklich nicht. Wir müssen uns an die eigene Nase fassen, wobei ein 5:5 sicher der gerechtere Ausgang gewesen wäre“, ordnete Trainer Florian Sprengler ein.
Dass die durchschlagskräftigste Offensive der Liga auswärts viermal trifft, ist nun wahrlich keine Neuigkeit. Dass die Unioner allerdings am Sonnabend ebenso viele Gegentreffer kassierten wie in den vier Spielen zuvor, bestätigte die Einschätzung vom Gästecoach: „In der ersten Hälfte hat bei uns eine Menge gefehlt. Wir haben uns nicht an unseren Plan gehalten, sondern uns durch eigene Fehler im Aufbau in Schwierigkeiten gebracht.“ Weniger vor dem 0:1, einem 25-Meter-Hammer nach Eckballvariante der Hausherren (40.), dafür jedoch vor dem 0:2. Nach einem Querschläger im Mittelfeld liefen die Unioner trotz numerischer Überzahl in der Defensive in einen weiteren Gegentreffer (45.).
Nach einigen klaren Worten in der Gästekabine und mehreren Umstellungen kam Heyrothsberge deutlich druckvoller aus der Pause. „Jeder der Jungs hat eine Schippe draufgepackt, wir hatten mehr Chancen und Neuenhofe hat man irgendwann den Kräfteverschleiß angemerkt“, schilderte Sprengler. Allerdings luden die Gäste ihren Kontrahenten abermals nach Ballverlusten im Zentrum (52., 78.) und unklarer Zuordnung bei einem Eckball (57.) zu weiteren Treffern ein.
Auf der Gegenseite hielt der 5. Spieltag ein statistisches Kuriosum bereit. Lediglich Christian Kloska traf aus dem Spiel heraus per Kopf (69.). Hattrick-Schütze Tom Marks verwandelte dagegen alle drei Strafstöße, die den Unionern nach Fouls im gegnerischen Strafraum zugesprochen wurden (50., 62., 83.). „Das war natürlich überragend von ’Tommy’, der sich der Verantwortung gestellt hat“, zollte Sprengler seinem „Mister 100 Prozent“ das entsprechende Lob. Dass sich die Unioner überhaupt erst in die gefährliche Zone vorgespielt hatten, sprach indes auch für die klare Steigerung im zweiten Abschnitt.
Um aus dem wilden Schlagabtausch noch Zählbares mitzunehmen, reichte es für die Unioner am Ende nicht. Auch, weil sie auf einen „gnadenlos effizienten Gegner“ trafen, wie Sprengler anerkannte. Nach der ersten Saisonniederlage musste Heyrothsberge die Tabellenführung abgeben. Für den Vizemeister der Vorsaison ist dies jedoch kein Grund zur Panik: Dem neuen Führungsduo aus MSC Preussen und Eilslebener SV in den kommenden Wochen gefährlich zu werden, ist der Mannschaft weiterhin zuzutrauen.
Am nächsten Wochenende wartet mit dem SV Irxleben die nächste Herausforderung. Trotz des vorletzten Tabellenplatzes und des noch ausstehenden ersten Saisonsiegs dürfte der Landesliga-Absteiger ein unangenehmer Gegner werden. Sprenglers Wunsch für die Partie am Sonnabend um 15 Uhr ist jedenfalls klar: „Gegen Irxleben müssen wir wieder galliger sein.“ Vielleicht darf es dann auch etwas weniger Spektakel sein – solange am Ende das Ergebnis nach 90 und einer Handvoll Minuten für den SV Union spricht.
Neuenhofe: Vogel – Helmecke, Rauhut, Schmidt, Kogeler (66. Hasanaj), Matusek, Hevekerl, T. Hönig, J. Hönig (75. Stallmann), Bürger, Bergener (87. Quaschny)
Union: Leopold – Peukert, Gropius, Taube (64. Biegelmeier), Sensenschmidt, Hilmer (83. Westhause), Völckel, Kloska, Marks, Schlüter, Hanke
Tore: 1:0 Denny Hevekerl (40.), 2:0 Toni Hönig (45.), 2:1 Tom Marks (50., FE), 3:1 Michel Bergener (52.), 4:1 Hugo Bürger (57.), 4:2 Tom Marks (62., FE), 4:3 Christian Kloska (69.), 5:3 Michel Bergener (78.), 5:4 Tom Marks (83., FE)
SR: Henry Schmidt (Egeln); ZS: 70
