Fußball-Landesklasse 2: Union Heyrothsberge müht sich zum 1:0-Heimsieg über Kleinmühlingen/Zens, tankt vor dem Pokalfinale aber neues Selbstvertrauen.
Burger Volksstimme vom 19.05.2026
Das eigene Spieltagsoutfit – Trainingsjacke und lange Hose – haben Marcel Gieseler daran erinnert, dass die „kalte Sophie“ als letzte Vertreterin der Eisheiligen erst am Freitag durchs Land gezogen ist. Beim Blick aufs Spielfeld konnte er sich dennoch 24 Stunden später eines Eindrucks nicht erwehren: „Das hatte viel von einem Sommerkick“, sagte der Trainer der Heyrothsberger Landesklasse-Fußballer. Im Heimspiel gegen den TSV Kleinmühlingen/Zens mochten spielerisch also keine neuen Maßstäbe gesetzt worden sein, Erfolg warf es beim 1:0 (1:0)-Sieg dennoch ab.
Die Unioner wären nun nicht das erste Team, das sich einem allgemeinen Trend im Saisonendspurt unterwirft. Nämlich das Spektakel auszusperren und stattdessen aufs nüchterne Ergebnis zu setzen. „Am Ende gibt es für ein 7:0 genau so viele Punkte wie für ein 1:0“, bekannte Gieseler, den allerdings die Art und Weise des Auftritts auch überraschte: „Ich hatte mir etwas mehr erhofft; sprich, dass sich die Jungs ein wenig Frust von der Seele schießen. Aber dieses Spiel hat gezeigt, dass uns der Mittwoch doch noch im Kopf und in den Füßen steckte.“
Die 1:3-Niederlage beim MSC Preussen mitsamt der unschönen Begleiterscheinungen mag das Titelrennen in der Staffel 2 fünf Runden vor Schluss noch nicht entschieden haben. Ein Rückschlag war sie dennoch. Dass sich die Mannschaft zum Abschluss der englischen Woche in die Erfolgsspur zurück arbeitete, durfte also auch als Zeichen mentaler Stärke gewertet werden. Wer wollte dabei also über zu ausgeprägten Minimalismus schimpfen?
Ein seit acht Spielen siegloser TSV Grün-Weiß las sich auch nur auf dem Papier wie eine dankbare Aufgabe. Wie erwartet überließ Kleinmühlingen/Zens seinem Gastgeber größtenteils das Gestalterische. Heyrothsberge wirkte in vielen Momenten zwar umständlich bis unkonzentriert, sorgte aber nach bewährten Mustern früh für Torgefahr. Nach verhaltenem Start hatte so Simon Otto Fritz nach einem Eckball die erste Chance auf dem Kopf, verfehlte aber das Ziel (10.). Bennet Vogel erlief zudem einen tiefen Ball hinter die TSV-Abwehrkette, scheiterte jedoch im Eins-gegen-eins an Schlussmann Simon Kröplin (35.).
Bezeichnend für den gesamten Nachmittag war dann der Treffer des Tages: Erst leisteten sich die Hausherren einen halsbrecherischen Ballverlust auf der rechten Seite, kamen aber umgehend ins Gegenpressing. Nach erfolgreicher Rückeroberung der Kugel drückte Christian Kloska die Eingabe von Alexander Vasükov aus zentraler Position über die Torlinie (37.). Wirklich zwingender es allerdings auch nach der Pause nicht.
Und so glich die Verwaltung des knappen Vorsprungs auch einem Spiel mit dem Feuer. „Ein 1:0 ist gefährlich. Wir haben zwar sehr sicher hinten heraus kombiniert, aber eine Mann-gegen-Mann-Verteidigung birgt immer ein Risiko“, bekannte Gieseler und schob nach: „Wenn doch mal Kevin Junge beim Gegner durchbricht, brennt es lichterloh.“ Gut für die Hausherren, dass sie in Abwesenheit des treffsichersten TSV-Schützen Maurice Hertel auch den mit sechs Saisontoren zweitbesten Angreifer der Gäste stets rechtzeitig eingefangen bekamen.
Ende gut, alles gut: So stand unter dem Strich nicht nur die gelungene Wiedergutmachung für die 2:3-Hinspielniederlage. Rechtzeitig vor dem kommenden Freitag wetzten die Unioner auch die Scharte vom Mittwoch aus. Und so müssen sie auch das Kreispokalfinale gegen den Burger BC (18 Uhr, in Gladau) nicht fürchten. Die Wetterprognose verspricht bis in die Abendstunden hinein Sonne und 20 Grad Celsius, der Showdown gegen den Spitzenreiter der Staffel 1 aber gewiss keinen uninspirierten Sommerfußball.
Union: Biegelmeier – Schlüter, Schäfer, Fritz, Marth (81. Hrachowitz), Taube (61. Sensenschmidt), Kloska, Marks, Schulze, Vasükov, Vogel (72. Vorhölter)
Kleinmühlingen/Zens: Kröplin – Kietzmann, Zöbisch (46. Stegemann), Richter, Elze, Braunert, Thorau, Pflug (46. Pflug), Kemp, Ostwald (71. Brandt), Junge
Tor: Christian Kloska (35.)
SR’in: Schiedsrichter: Mia Lübke (Bregenstedt); ZS: 50
