SV Union Heyrothsberge e.V.

2024.06.01 – 25. Spieltag: Union – Fortuna MD II 1:5 (0:1)

Ein Erfolg im letzten Landesliga-Heimspiel bleibt Heyrothsberge gegen Fortuna Magdeburg II verwehrt. Das Sportliche rückt ob einer emotionalen Abschiedsvorstellung am Rande der 1:5 (0:1)-Niederlage aber ohnehin in den Hintergrund.

Von Björn Richter (Volksstimme, 03.06.2024)

Mit Anbruch der letzten Minute hat Patrick Wöge seinen Mitstreitern am Samstagnachmittag eine recht eindeutige Anweisung gegeben: Jeden Moment würde ein langer Ball in die Hälfte des SV Fortuna Magdeburg II segeln und der Kapitän der Gäste untersagte sich sowie seinen Nebenleuten jegliches Eingreifen. Stefan Groth würde somit freies Geleit erhalten und unbedrängt den Ehrentreffer für den SV Union Heyrothsberge zum 1:5 (0:1)-Endstand aus Gastgebersicht erzielen. Ein ziemlich ungewöhnlicher Vorgang für einen Pflichtvergleich in der Fußball-Landesliga. 

Einerseits aber ging es im letzten Heimauftritt des feststehenden Absteigers auch für die Fortuna Reserve, die ihre Aufstiegssaison auf Platz drei bis vier beschließen wird, nicht um wirklich viel. Andererseits sollte Groth den Abschied vom Heimpublikum erhalten, den er verdient hat. Mit 42 Jahren wechselt der Stürmer, der 2010 an die Königsborner Straße gekommen war, nach 2016 ein zweites und nun also endgültiges Mal in den fußballerischen Vorruhestand. 

„Das war eine sehr, sehr große Geste“, befand Co-Trainer Mathias Schumburg, der den verhinderten Union-Chefcoach Marcel Gieseler vertrat, mit Blick auf das Abschiedsgeschenk des Gegners. Ohnehin hatte sich Fortuna II als der beste Gast, den man sich an so einem bittersüßen Nachmittag nur wünschen kann, präsentiert. Selbst in einer Szene, welche die Heyrothsberger Fußballseele trotz der sportlichen Bedeutungslosigkeit des Duells noch einmal richtig zum Kochen brachte. 

In der 80. Minute hatte Robin Jäger das zwischenzeitliche 5:0 für die Magdeburger herausgeschossen – allerdings aus klar abseitsverdächtiger Position. Und obwohl die Fahne seines Assistenten hochgeschnellt war, hatte Schiedsrichter Justin Ermisch (Halle) darauf beharrt, dass die Vorlage von den Unionern kam. „Eine Katastrophenentscheidung“, befand Schumburg. Erst recht, da auch die Gästebank die Unrechtmäßigkeit des Treffers zugegeben hatte, der Unparteiische sich aber selbst auf den Hinweis von der Seitenlinie via Headset („bei Blau noch mal nachfragen“) nicht einließ. Auf das anschließende Wortgefecht mit Schumburg dagegen schon und so endete der Nachmittag für den Coach mit der Gelb-Roten Karte und somit hinter der Barriere. 

Die 18. Heyrothsberger Saisonniederlage hatte zu diesem Zeitpunkt also bereits deutliche Züge angenommen. Und mitunter waren die Kräfteverhältnisse auf der Anzeigetafel auch klarer verteilt als auf dem Rasen, wo „wir die ersten 60 Minuten auf Augenhöhe waren und auch unsere Chancen verbucht haben“, wie Schumburg beobachtet hatte. Allein die Effektivität sprach wieder einmal nicht für das Schlusslicht, sondern für den starken Neuling, der bereits nach neun Minuten das 1:0 vorgelegt hatte. Auf der Gegenseite versteckten sich die Hausherren nicht, verpassten mehrfach den Ausgleich, so auch nach einer knappen halben Stunde bei einer dicken Gelegenheit von Hannes Schulze. 

Der knappe Rückstand ließ also für die zweiten 45 Minuten hoffen, in denen die Platzherren jedoch zweimal ausgekontert wurden und sich spätestens mit dem 0:4 (78.) auf der Verliererstraße wiederfanden, auf der es keine Wendemöglichkeit gab. Es folgte die bereits geschilderte Kopfschütteleinlage rund um das 0:5 und der mehr als versöhnliche Abschluss durch den Ehrentreffer des Rekordtorschützen. Und wer weiß: Vielleicht kommt zur schönen runden Zahl von 100 Karrieretreffern im Dress der Unioner am Wochenende noch ein weiterer dazu. Dann findet mit dem Gastspiel beim Ummendorfer SV das Kapitel Landesliga nach zehn Jahren vorerst sein Ende. Und ein Erfolg würde den Abschied sicher etwas versüßen. 

Union: Leopold – Peukert, D. Gropius, Völckel, Kloska, Raue, Westhause (61. Schäfer), Vorhölter, Groth, C. Gropius, Schulze 

Fortuna II: Lorbeer – Wöge, Basche, Heidel, Rödiger, Postrach (46. Wenner), Grothe, Mutter (46. Jäger), Witt (62. Bedau), Lamprecht (62. Braunert), Schäfer (72. Jegodka) 

Tore: 0:1 Markus Lamprecht (9.), 0:2 Domenik Grothe (60.), 0:3 Patrick Wöge (64.), 0:4 Christian Rödiger (78.), 0:5 Robin Jäger(80.), 1:5 Stefan Groth (90.) 

SR: Justin Ermisch (Halle); ZS: 60

 

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