Union Heyrothsberge kommt im Test gegen die A-Jugend von Arminia Magdeburg die Leichtigkeit abhanden. Grund für Alarmismus liefert das 3:3-Unentschieden aber (noch) nicht.
Burger Volksstimme vom 13.08.2026
Und plötzlich war Christian Kloska nicht mehr gesehen. Wer am Sonnabend den impulsiven Abgang des 37-Jährigen verfolgt hatte, dürfte kaum verwundert gewesen sein, wenn die Heyrothsberger Offensivkraft direkt aufs Fahrrad gestiegen und ins heimische Nedlitz zurückgestrampelt wäre. Zehn Minuten vor dem Abpfiff des dritten Union-Testspiels war Kloska alles zu viel geworden: Zwei Foulpfiffe gegen Teamkollege Tom Marks. Ein eigenes gelbwürdiges Vergehen. Die unmissverständliche Empfehlung von Schiedsrichter Silvio Rüdiger, per Auswechslung einer Ampelkarte zuvorzukommen. Und selbst noch im Abgang ein Wortgefecht mit dem eigenen Co-Trainer Mathias Schumburg.
Hauptauslöser für die unter Testmaßstäben erstaunlichen Spannungen dürfte es aber der aufkommende Frust unter den gastgebenden Landesklasse-Fußballern gewesen sein. Denn die Unioner verspielten gegen die U19 des SV Arminia Magdeburg gerade eine zwischenzeitliche 3:1-Führung zu einem 3:3 (2:0)-Unentschieden. „Irgendwann in der zweiten Halbzeit ist die Stimmung gekippt“, bekannte auch Chefcoach Marcel Gieseler. „Offenbar dachten wir, dass es von allein weiterhin gut für uns läuft, aber Arminia hat mehr investiert und uns immer mehr zugesetzt.“
Zur Heyrothsberger Ehrenrettung sei nicht nur gesagt, dass sich die Wogen nach dem Abpfiff intern schnell geglättet haben. Sondern auch, dass eine Saisonvorbereitung selten ohne Rückschläge auskommt. Und so blieb vor allem die Erkenntnis, dass sich der SV Union in den restlichen zweieinhalb Wochen bis zum Pflichtspielstart nicht mehr um Grundsätzliches kümmern muss – über die Details sprechen jedoch schon. „Am Ende war es für uns genau der richtige Test. Natürlich sind unsere Beine gegen Ende etwas müder als die eines 17- oder 18-Jährigen. Aber das Hauptproblem war nicht die Physis, sondern der Kopf“, ordnete Gieseler ein. Ein Problem also, dem sich kurzfristiger entgegensteuern lässt, als durch wochenlanges Schuften für die Grundlagenausdauer und spielerischen Basics.
Passend dazu blieb aus der ersten Hälfte ein in Teilen ordentlicher Eindruck der Gastgeber hängen. Nicht nur, dass diese ihr Chancenplus gegen den U19-Verbandsligisten durch Treffer von Alexander Vasükov (12.) und Bennet Vogel (23.) unterstrichen. „Im eigenen Ballbesitz sah das schon sehr gut aus. Nur unsere Arbeit gegen den Ball war etwas zu wild. Was auch daran lag, dass wir uns in der Dreierkette erst wieder zurechtfinden müssen.“ Insgesamt tat die Rückkehr von zuletzt fehlenden Akteuren wie Vogel oder Marcus Schlüter dem Spiel der Unioner sichtlich gut.
Auch der dritte Treffer der Hausherren nach etwas mehr als einer Stunde erinnerte schon verdächtig an die Automatismen der erfolgreichen Serie 2025/26: Karsten Völckel brachte die Flanke punktgenau bei Marks an und der Torjäger köpfte nicht weniger präzise ein. Doch zu diesem Zeitpunkt hatte die Partie bereits ihren Kipppunkt erreicht. Zunächst war Schlüter nach Foul an Vogel per Elfmeter am Pfosten gescheitert (49.). Rund zehn Minuten später hatten die Gäste zum 1:2 verkürzt und ließen sich auch nach Marks’ Treffer nicht abschütteln.
„Die drei Gegentore fallen zu leicht. Aber mir ist lieber, wenn uns Fehler in einem Testspiel unterlaufen, als dass sie uns Punkte kosten“, sagte Gieseler zum Anschluss (69.) beziehungsweise Ausgleich (86.) der Gäste. Knapp eine Woche nach ihrer verschmerzbaren 0:10-Niederlage in der ersten DFB-Pokalrunde gegen Carl Zeiss Jena erwiesen sich die Arminia-Youngster also als der erhoffte Gradmesser für die Unioner.
Diese biegen nun endgültig auf die Zielgerade der Vorbereitung ein, wenn am Sonnabend, 15. August, der finale Härtetest ansteht. Dann gastiert der 1. FSV Nienburg (Landesklasse 3) an der Königsborner Straße. Das Team von der Saale wartet übrigens nach vier Testläufen noch auf den ersten Erfolg nach der Sommerpause. Die Partie wird ab 15 Uhr also zeigen, wer sich für die Pflichtspiele gerüstet sehen darf – oder wer im Zweifel vom Frust vorbelastet in die neue Saison startet.
Union: Leopold – Peukert, Schlüter, Sensenschmidt (31. Taube), Marth, Völckel, Kloska, Marks, Vogel, Schulze (31. C. Schumburg), Vasükov
Tore: 1:0 Alexander Vasükov (12.), 2:0 Bennet Vogel (23.), 2:1 Nick May (61.), 3:1 Tom Marks (67.), 3:2 (69.), 3:3 Paul Plexnies (86.)
SR: Silvio Rüdiger (Heyrothsberge); ZS: 40
