Heyrothsberge siegt bei der Generalprobe gegen Arminia Magdeburg II, doch vor dem Start in die Landesklasse-Saison muss der SV Union defensiv weiter nachjustieren.
Burger Volksstimme vom 18.08.2026
Eine Woche noch, im Höchstfall zwei. Die Uhr tickt jedenfalls und viele Tage umfasst das Ultimatum nicht mehr, das Marcel Gieseler seinen beiden Neuzugängen gesetzt hat: „Sie sind angehalten, sich selbst ihre Spitznamen zu überlegen. Sonst werden wir welche für sie vergeben“, sagte der Trainer des SV Union Heyrothsberge augenzwinkernd im Nachgang des Freitagabends. Im letzten Test vor dem Pflichtspielstart gaben mit Lukas Steffen und Lukas Hilmer nun auch die beiden diesjährigen Verstärkungen ihr offizielles Startelfdebüt beim Team aus der Fußball-Landesklasse 2.
Der 3:2 (2:1)-Erfolg über den SV Arminia Magdeburg II hat allerdings auch gezeigt, dass nicht nur aufgrund gleichlautender Vornamen kreative Lösungen gefragt sind. „Unsere Probleme im Spiel gegen den Ball kannten wir vorher. Dass sie doch ein wenig größer sind, sollte uns noch mal die Sinne geschärft haben“, so Gieseler, der allerdings einschränkte: „Gerade aus dem defensiven Sektor haben uns über die gesamte Vorbereitung hinweg auch einige Leute gefehlt.“ Doch genau da sollen auch die beiden Neu-Unioner für Abhilfe sorgen.
Mit Lukas Steffen wechselt ein neuer Torhüter aus Brandenburg an die Königsborner Straße. Der 22-Jährige durchlief beim FSV Grün-Weiß Niemegk beziehungsweise dessen Spielgemeinschaft mit dem TSV Treuenbrietzen sämtliche Altersklassen seit der F-Jugend. In Heyrothsberge soll er nun den Konkurrenzkampf zwischen den Pfosten anfachen, wobei es in zwei Wochen mit klarer Rollenverteilung zurück in den Ligaalltag geht: Christopher Biegelmeier „bleibt unsere Nummer eins. Dass er mit Lukas und Jamie Leopold in diesem Jahr zwei Herausforderer hat, ist sicher kein Nachteil“, blickte der Coach voraus.
In der zuletzt nicht immer gefestigten Abwehrreihe soll Lukas Hilmer seine Stärken einbringen und tat dies bereits in den zurückliegenden Vorbereitungswochen. Den 21-Jährigen führte das private Glück aus dem Münchener Raum nach Sachsen-Anhalt. In Heyrothsberge hat er nun „bereits gezeigt, dass er uns sofort weiterhelfen kann. Natürlich muss er noch seine Mitspieler und die Abläufe etwas kennenlernen“, sagte der Heyrothsberger Coach und zeigte sich optimistisch, dass Hilmer die durch den Wechsel von Simon Otto Fritz (SG Blau-Weiß Gerwisch) entstandene Lücke schließen kann.
Die derzeit größte Baustelle offenbarte sich beim mühsamen Erfolg über die Arminia-Reserve erneut. Cornelius Adams bestrafte die teils zu luftige Abwehrarbeit: zunächst per Durchbruch, später mit einem perfekten ersten Kontakt samt erfolgreicher Bogenlampe (10., 54.). Auf der anderen Seite präsentierte sich jedoch auch das Offensivspiel der Hausherren so, wie man es rund eine Woche vor dem Pflichtspielstart erwarten kann. Hannes Schulze per Abstauber (22.), Jean-Luca Sensenschmidt nach feiner Seitenverlagerung auf und gefühlvoller Hereingabe von Daniel Gropius (43.) sowie Schulzes zweiter Streich (75.) sorgten auf der Anzeigetafel zumindest noch für ein Happy-End.
„In Summe war das ein ordentlicher Test. Sicher hatten wir gedacht, zum jetzigen Zeitpunkt weiter zu sein, aber nach den ganzen Spielabsagen und Ausfällen im Kader sollte uns das nicht wundern“, fasste Gieseler zusammen. Das Landespokal-Duell am Sonnabend gegen Verbandsligist Emseloh (14 Uhr) markiert daher auch noch nicht das definitive Ende der Vorbereitung in Heyrothsberge. Endgültig ernst wird es also erst eine Woche später, am 29. August, wenn der Landesklasse-Auftakt beim TuS 1860 Magdeburg-Neustadt wartet. Die Uhr tickt also nicht nur in Bezug aufs Suchen und Finden neuer Spitznamen.
Union: Steffen – Peukert, Hilmer, Gropius, Wöhler (15. Sensenschmidt), Völckel, Schlüter, Marth (46. Hanke), Schulze, Vasükov (46. Vogel), Kloska
Arminia II: Behles – Palmer (46. Woidacki), Ottmar, Omar, Förster (46. Marmulla), Abdie, Posselt, Kreuter, Abdalla, Adams, Kienz (46. Ellebrecht)
Tore: 0:1 Cornelius Adams (10.), 1:1 Hannes Schulze (22.), 2:1 Jean-Luca Sensenschmidt (43.), 2:2 Cornelius Adams (54.), 3:2 Hannes Schulze (75.)
SR: Janek Monsch (Burg); ZS: 30
