SV Union Heyrothsberge e.V.

2026.08.22 – Landespokal: Union – SV Eintracht Emseloh 1:4 (0:1)

Fußball-Landespokal: Union Heyrothsberge wehrt sich gegen Verbandsligist Eintracht Emseloh nach Kräften, bleibt bei der 1:4-Niederlage aber ohne Chance auf die Sensation.

Burger Volksstimme vom 24.08.2026

Stefan Groth musste zum Glück nur vorzeitig, aber nicht humpelnd zu seinem Anschlusstermin auf einer Geburtstagsfeier abrücken. Das 60-minütige Comeback des 44-Jährigen fiel am Sonnabend dennoch in die Kategorie schmerzhaft. Zweimal bekam der Methusalem unter den Heyrothsberger Landesklasse-Fußballern noch vor der Pause im Kampf um die Kugel rustikal zu spüren, dass der SV Eintracht Emseloh seine Favoritenrolle ernst nahm. Groth hatte selbst nach acht Minuten den ersten und für sehr lange Zeit einzigen Warnschuss des Außenseiters aufs Gästetor abgegeben. Und so endete das Abenteuer Landespokal mit einer 1:4 (0:1)-Niederlage bereits in der Auftaktrunde.

Das frühe Aus im Wettbewerb kam dann auch alles andere als überraschend. Allein die Reaktivierung von Groth verdeutlichte, wie es personell um die Hausherren bestellt war. Entsprechend waren sich die Unioner ihrer Rolle gegen den Verbandsligisten vollauf bewusst. „Wenn wir den Mut hatten, mitzuspielen, sah es gar nicht so verkehrt aus“, setzte Trainer Marcel Gieseler zur Nachbetrachtung an. Doch um den Schlagabtausch länger als eine Halbzeit ausgeglichen zu gestalten, fehlten dem ausgedünnten Kader weniger die Courage als vielmehr die Mittel beziehungsweise im späteren Verlauf auch die Kräfte.

Direkt nach dem ersten Vorstoß von Groth verlagerte sich das Geschehen nahezu ausschließlich in die Hälfte des Underdogs. Dieser konnte sich mehrfach bei Christopher Biegelmeier bedanken, der zunächst den Rückstand verhinderte. Der Heyrothsberger Schlussmann machte unter anderem eine Doppelchance der Gäste zunichte (10.) und zeigte auch gegen Bogdan Bozhok eine erstklassige Parade (19.). Doch gerade, als der Dauerdruck etwas nachließ, war es geschehen: Kurz vor dem Seitenwechsel segelte ein Eckball durch den Strafraum der Unioner. Am langen Pfosten setzte Emmanuil Heimur zur Flanke an, die jedoch zur Überraschung aller Beteiligten als Bogenlampe zum 0:1 ins Netz fiel (43.).

Dass es bis dahin kaum Entlastung gab, verwunderte kaum. „Vorn haben uns die Leute gefehlt, die das entsprechende Tempo gehen können“, verwies Gieseler unter anderem auf das Fehlen von Hannes Schulze oder Bennet Vogel. Die Abwehr als das bisherige Sorgenkind der Vorbereitung zeigte sich dagegen bei der schweren Prüfung deutlich gefestigter. „Gegen den Ball haben wir organisatorisch einen Fortschritt zu den vergangenen Wochen hingelegt“, lobte Gieseler. Doch das half am Sonnabend auch nicht, als die Partie nach Wiederanpfiff auf ihre Vorentscheidung hinsteuerte.

Wieder war es ein Eintracht-Eckball, der für Konfusion im Heyrothsberger Strafraum sorgte. Sämtliche Klärungsversuche schlugen fehl, und so erhöhte Davidson Tomás Cabral per Kopf auf 2:0 (49.). Der endgültige Knockout folgte eine Viertelstunde später, als Bozhok einen Freistoß aus 22 Metern so direkt wie sehenswert zum 3:0 über die Mauer ins Netz zirkelte (65.).

„Es ist natürlich ärgerlich, dass uns drei Standardsituationen das Genick brechen“, sagte der Union-Coach. Gleichzeitig lieferte die Beobachtung aber auch den Beweis, dass seine Schützlinge der spielerischen Dominanz der Gegenseite oft genug trotzten. Lediglich beim 0:4 hob Emseloh die gegnerische Abwehr über die rechte Offensivseite aus den Angeln und im Zentrum hatte Paul Eichel leichtes Spiel (67.). Sonderlich ins Gewicht fiel der letzte Streich der Gäste aber ohnehin nicht mehr: „Wenn du 90 Minuten hinterherläufst und kaum eigenen Ballbesitz verbuchst, wird es irgendwann sehr anstrengend für den Kopf. Kein Vorwurf an die Jungs.“

Schließlich hielt der Nachmittag auch noch ein Happy-End bereit. Den Ehrentreffer hatten sich die Unioner für ihren Einsatz ohnehin längst verdient, als Dean-Robbin Taube eine Einwurfflanke in den Strafraum der Gäste hineinbrachte. Dort glänzte Moritz Hanke mit perfekter Ballverarbeitung, eleganter Drehung und einem platzierten Abschluss ins lange Eck (88.). Mit Stefan Groth hatte rund 25 Minuten zuvor der Älteste bei seiner Auswechslung Platz für den Jüngsten gemacht und dürfte sich für den 19-Jährigen aufrichtig gefreut haben.

Union: Biegelmeier – Peukert, Schlüter, Hilmer, Taube, Sensenschmidt, Völckel, Marks, Vasükov, Groth (61. Hanke), Kloska

Emseloh: Franke – Stamm, Shevtsov (55. Taranenko), Heimur, Kräuter, Cabral, Aljindo (60. Mukhoid), Gomes, Molochko (65. Petraj), Bozhok (65. Stache), Eichel

Tore: 0:1 Emmanuil Heimur (44.), 0:2 Davidson Tomás Cabral (49.), 0:3 Bogdan Bozhok (65.), 0:4 Paul Eichel (67.), 1:4 Moritz Leonard Hanke (88.) 

SR: Stefan Cordes (Wittenberg); ZS: 57

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