Wahnwitz auf dem Waldsportplatz: Der TSV Brettin/Roßdorf wackelt zwischenzeitlich, überrollt aber am Ende den SV Union Heyrothsberge in der Ausscheidungsrunde mit 7:1 (3:1).
Burger Volksstimme vom 09.09.2026
25 Minuten lang war der TSV Brettin/Roßdorf am Sonnabend kaum zu bremsen. Die Gastgeber pressten, rannten, kombinierten – und trafen beinahe nach Belieben. Dann aber meldete sich der SV Union Heyrothsberge zurück und brachte plötzlich reichlich Spannung in den Kreispokal-Kracher. Am Ende stand dennoch ein bemerkenswert deutliches 7:1 (3:1) für den Vertreter der Landesklasse 1 gegen die Gäste aus der Staffel 2. Dabei hatte vor dem Anpfiff vieles auf ein enges Duell hingedeutet. Beide Mannschaften konnten nahezu in Bestbesetzung antreten. Beim TSV fehlte lediglich der verletzte Kapitän Marvin Helm. Fritz Kniesche rückte dafür ins zentrale Mittelfeld, Strumpf übernahm die linke Abwehrseite.
Was folgte, hatte mit einem Abtasten allerdings wenig zu tun. „Wir legten los wie die Feuerwehr“, beschrieb TSV-Trainer Lucas Weinheimer die furiose Anfangsphase. Bereits nach drei Minuten zündete Lukas Matthäus erstmals den Turbo, setzte sich durch und schob zum 1:0 ein. Der Youngster sollte die Heyrothsberger Defensive auch in der Folgezeit vor erhebliche Probleme stellen. In der 23. Minute war Matthäus erneut nicht zu halten. Nach einem Abschlag von Niklas Temme verlängerte Toni Wicke den Ball, Matthäus war schneller als Union-Keeper Jamie Leopold und konnte nur per Foul gestoppt werden. Maximilian Müller blieb beim fälligen Strafstoß cool und traf zum 2:0. Zwei Minuten später war Matthäus wieder auf und davon und legte die Kugel gekonnt ins lange Eck – das 3:0.
Der TSV schien sich in einen Rausch zu spielen. Doch dann änderte sich das Bild. Heyrothsberge biss sich zurück ins Spiel. In der 28. Minute rettete noch der Querbalken nach einem Schuss von Marcus Schlüter. Fünf Minuten später machte es Hannes Schulze besser: Der Union-Torjäger zirkelte den Ball zum 1:3 sehenswert per Außenrist ins Netz. Plötzlich waren die Gäste im Spiel. Besonders bei hohen Bällen und Standards sorgten die körperlich präsenten Gäste für Gefahr. Brettin/Roßdorf war nun defensiv voll gefordert, Keeper Temme und die vielbeinige Abwehr verhinderten weitere Treffer. „Das war eine Phase, in der die Partie hätte kippen können“, räumte Weinheimer ein.
Und beinahe wäre es so gekommen. In der 61. Minute foulte ausgerechnet Matthäus den Heyrothsberger Schulze im Strafraum. Martin Peukert hatte vom Punkt die Chance zum Anschlusstreffer, jagte den Elfmeter jedoch an die Latte – der Wendepunkt. Brettin/Roßdorf schnappte sich den Abpraller und schaltete blitzschnell um. Auf der Gegenseite verpasste Gianni Schmahl die Vorentscheidung zum 4:1. Der TSV war wieder griffiger und schlug nun mit seiner Offensivqualität erneut zu.
In der 63. Minute traf Müller, fünf Minuten später legte Eric Strumpf das 5:1 nach. Beide ließen Leopold mit ihrem starken linken Fuß keine Chance. Vor allem Strumpfs Treffer aus rund 20 Metern ins lange Eck war ein echter Hingucker. Damit war die Partie entschieden. Heyrothsberge hatte kaum noch etwas entgegenzusetzen, während der TSV weiter Druck machte und sogar noch einige Möglichkeiten liegen ließ. Schmahl erhöhte in der 85. Minute, der eingewechselte Jeremy Feuerherdt schoss den 7:1-Endstand heraus (89.).
„Es hat alles gepasst“, bilanzierte Coach Weinheimer. Sein Fazit fiel trotz des klaren Ergebnisses differenziert aus: „Wir waren in den ersten 25 Minuten sehr dominant, haben dann bis zur Pause leidenschaftlich verteidigt und gelitten und hatten auch in dieser Phase das Spielglück auf unserer Seite.“ Am Ende war der Sieg zwar verdient, die Höhe bildete den tatsächlichen Spielverlauf aber nicht vollständig ab. Eines aber stand für den TSV-Coach außer Frage: „Ich bin stolz auf die junge Mannschaft, sieben Tore gegen Heyrothsberge muss man erst mal erzielen.“
Tore: 1:0 Matthäus (3.), 2:0 Müller (23. Foulelfmeter), 3:0 Matthäus (25.), 3:1 Schulze (33.), 4:1 Müller (63.), 5:1 Strumpf (68.), 6:1 Schmahl (85.), 7:1 Feuerherdt (89.)
SR: Bethke (Gerwisch); ZS: 105
Besondere Vorkommnisse: Peukert (Union Heyrothsberge) verschießt Foulelfmeter (61.).
