SV Union Heyrothsberge e.V.

2026.09.26 – 04. SP: Union – SG Blau-Weiß Niegripp 6:1 (2:1)

Niegripp ist im Kreisderby lange Zeit gut im Spiel. Dann findet Heyrothsberge jedoch zu brutaler Effizienz und erklimmt durch den 6:1-Sieg die Tabellenspitze.

Burger Volksstimme vom 29.09.2026

Der montägliche Supermarktbesuch bescherte Florian Sprengler auch eine zufällige Begegnung mit seinem alten Lehrmeister. Mario Katte hatte den jungen Torhüter in der Saison 2013/14 in Kleinmühlingen unter seine Fittiche genommen. Zwischen Gemüseabteilung und Kühltruhe sagte der Coach des MSC Preussen nun zum Heyrothsberger Trainer: „Dann jagen wir euch jetzt eben.“ Seit dem Wochenende und dem 4. Spieltag ist der SV Union nämlich der Gejagte in der Landesklasse 2. Durch den 6:1 (2:1)-Derbysieg über die SG Blau-Weiß Niegripp schob sich der Vizemeister der Vorsaison vorerst an die Spitze. „Eine schöne Momentaufnahme“, wie der 32-Jährige befand.

Am anderen Ende der Tabelle und damit auch der Emotionsskala liegt hingegen der Aufsteiger vom Alten Kanal, der nach drei Auftritten noch auf den ersten Punktgewinn wartet. Und wie schon beim 1:3 gegen Magdeburgs Preussen zum Auftakt sagte das reine Ergebnis wenig über den Auftritt der Elf von Mathias von der Weth aus. Der 39-Jährige aus dem Trainerduo mit Fabian Mlynek sagte: „Wir bewegen uns da sicher im fiktionalen Bereich, aber wenn wir nach 50 Minuten das 2:2 erzielen und das Spielglück auf unserer Seite ist, nehmen wir mindestens einen Punkt mit. Wer das Spiel gesehen hat, kann sich jedenfalls nicht erklären, wie ein 6:1 zustande kam, wobei Heyrothsberge am Ende ein verdienter Sieger ist.“

Ursächlich dafür war vor allem, dass die Unioner spätestens nach einer Stunde den Schalter fanden und in der zweiten Hälfte mit selten gekannter Effizienz vor dem Tor bestachen. Bis dahin war es jedoch ein langer Weg, den Sprengler so beschrieb: „Mit der ersten Halbzeit können wir nicht zufrieden sein. Wenn wir Ideen hatten, haben wir sie ohne Mut und auf fast einschläfernde Weise vorgetragen.“ Die Gegenseite pflichtete bei: „Das war von beiden Seiten nicht der beste Auftritt.“ Immerhin hatten die Gastgeber nach einem Eigentor von Steven Peseke (11.) und einem Distanzhammer von Hannes Schulze (19.) zur Pause eine knappe Führung behauptet, die Arturs Beinarovics in der hektischen Anfangsphase per Kopf ausgeglichen hatte (13.).

Und so ergab sich aus Heyrothsberger Sicht in der Kabine nicht nur Rede-, sondern auch Handlungsbedarf. Philipp Marth rückte in die Innenverteidigung, Lukas Hilmer dafür auf die Sechserposition. Zunehmend übernahmen die Unioner so die Kontrolle im Zentrum. „Es soll keine Ausrede sein, aber uns haben einmal mehr wichtige Stammspieler gefehlt. Die Griffigkeit oder auch tiefe Läufe nach der einen oder anderen Umschaltsituation gehen uns dadurch ein wenig ab“, ordnete von der Weth ein und sah, wie Maximilian Kramer fünf Minuten nach Wiederbeginn die große Chance zum 2:2-Ausgleich liegen ließ.

Dies schien der endgültige Weckruf für den SV Union zu sein, bei dem nun vor allem Moritz Hanke aufdrehte. Erst machte sich der Stürmer eine Uneinigkeit von Peseke und Keeper Marvin Micksch zunutze (68.), ehe er nur drei Minuten später Schulzes Vorstoß über die rechte Seite zur 4:1-Vorentscheidung veredelte. Ein schmeichelhafter Handelfmeter (76.) und der Schlusspunkt durch Christian Kloska (83.) machten das halbe Dutzend Heyrothsberger Treffer perfekt. „Wir waren mutiger im Eins-gegen-eins und haben uns durch Treffer belohnt. Vor allem, dass wir mehrere Wege zum Torerfolg gefunden haben, hat mich gefreut“, sagte Sprengler.

Um trotz eines spielfreien Wochenendes im Flow zu bleiben, testet sein Team nun am Donnerstag gegen die Landesliga-Elf des SV Arminia Magdeburg. Auf Niegripp wartet dagegen am Sonntag die hohe Kreispokalhürde bei der SG Güsen/Parey. Von der Weth weiß: „Wir waren zuletzt vielleicht noch ein wenig von der Kreisoberliga verwöhnt – hier noch ein Sieg, da noch ein Kabinenfoto. Aber jetzt geht es auch mit Blick auf die Punktspiele darum, sich endlich ein Erfolgserlebnis zu holen.“ Der beste Zeitpunkt, um eine (Aufhol)-Jagd zu starten, ist schließlich jetzt.

Union: Leopold – Gropius, Schlüter, Wöhler, Hilmer, Marth, Marks (29. Sensenschmidt), Schulze, Vogel (63. Peukert), Kloska, Hanke

Niegripp: Micksch – Peseke, Kramer, Schuh, T. Endert, Neundorf, Beinarovics (77. Blankenburg), Sandmann, Heisinger, Rudolph, N. Endert

Tore: 1:0 Steven Peseke (11., ET), 1:1 Arturs Beinarovics (13.), 2:1 Hannes Schulze (19.), 3:1, 4:1 Moritz Hanke (68., 71.), 5:1 Hannes Schulze (76., HE), 6:1 Christian Kloska (83.) 

SR: Florian Gehrmann (Bösdorf); ZS: 87

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