Nach dem 6:1-Erfolg über den MSV Börde wahrt Heyrothsberge seine Minimalchance im Titelrennen. Ein Patzer, der 14 Tage zuvor unterlief, wurmt das Team inzwischen umso mehr.
Burger Volksstimme vom 15.06.2026
Die drei Punkte waren längst im Heyrothsberger Reisegepäck verstaut. In dieser 80. Minute ging es somit nur noch um die Frage, ob der SV Union im Gastspiel der Fußball-Landesklasse 2 beim MSV Börde das halbe Dutzend perfekt machte oder nicht. Jakob Hrachowitz bejahte und verwertete die Hereingabe von Jean-Luca Sensenschmidt aus der Nahdistanz. Die Koproduktion der beiden A-Jugendlichen freute nicht nur Statistiker, sondern entfesselte am Sonnabend sogar noch mal einen kleinen Jubelorkan, wie Trainer Marcel Gieseler schilderte: „Im Normalfall klatschen sich bei einem 6:1 zwei, drei Leute ab, drücken sich einen Spruch und tragen den Ball zur Mittellinie. Aber wenn ,Bärchen’ trifft, kommt die gesamte Mannschaft zum Gratulieren nach vorn.“
Das 19-jährige Eigengewächs macht es einem eben leicht, ihn zu mögen. Fleißig, mannschaftsdienlich und mit einer gesunden Portion Selbstironie begegnet er seiner zugedachten Rolle als „Joker“ von der Bank. Und wenn sein zweiter Saisontreffer auch noch dabei hilft, die Hoffnungen auf den Staffelsieg zu wahren – umso besser. Im Torverhältnis zogen die Unioner nämlich am Sonnabend an der TSG Grün-Weiß Möser vorbei. Vor dem 30. und letzten Spieltag liegt der Spitzenreiter nach seinem 0:2-Blackout gegen Niederndodeleben auch nur noch drei Punkte vor dem Verfolger aus Heyrothsberge und ist damit alles andere als uneinholbar.
„Wir haben also unsere theoretische Chance gewahrt und werden gegen Altenweddingen unser Bestmögliches versuchen. Ehrlich gesagt sehe ich aber nicht, dass Möser zu Hause gegen Kleinmühlingen nochmals Federn lässt“, umriss Gieseler die Großwetterlage im Fernduell und ergänzte: „Umso mehr wurmt uns jetzt unser Auftritt in Samswegen.“ Vor zwei Wochen waren die Unioner bekanntlich mit 1:2 beim SSV gestolpert. Nun lieferten sie beim Landesliga-Absteiger in Magdeburg den exakten Gegenentwurf in einem wilden und zweikampfbetonten Spiel, das einen eindeutigen Sieger fand.
In Abwesenheit einiger routinierter Akteure, die am Wochenende beim deutschen Ü32-Supercup im Einsatz waren, blieben die Waffen des MSV Börde weitgehend stumpf. Auf der Gegenseite machte einmal mehr Hannes Schulze den Unterschied: Drei eigene Treffer und eine Torvorlage unterstrichen die aktuell glänzende Form des 21-jährigen Linksaußen. Er und die Nebenleute trafen auf dem gewöhnungsbedürftigen Hockeyplatz an der Harsdorfer Straße auf einen Gegner, der die Unioner zwar hoch anlief und auch latente Gefahr ausstrahlte, aber eben im entscheidenden Bereich nicht mithalten konnte: „Wir waren vor dem Tor relativ effizient, Börde war es eben nicht. So fällt das Ergebnis vielleicht um ein, zwei Treffer zu hoch aus, aber natürlich nehmen wir die drei Punkte gern mit“, sagte der Coach.
Seine Schützlinge mögen nun zwar am Sonnabend ab 15 Uhr nicht vor einem waschechten Endspiel auf eigenem Platz stehen. Doch das formstärkste Team der zweiten Saisonhälfte will definitiv zur Stelle sein, wenn sich mit etwas Schützenhilfe vielleicht doch noch die Gelegenheit zum großen Wurf ergibt.
MSV Börde: König – Wesemeier, Neumann, Gallert (66. Boeke), Bittmann, Leonhardt, M. Rebone, Schuster, Johne (55. Neumann), Pascal Blümel, Beneke (86. Markowski)
Union: Biegelmeier – Peukert, Gropius, Schlüter, Wöhler (70. Sensenschmidt), Marth, Völckel, Kloska (70. Fritz), Marks, Schulze (73. Vorhölter), Vasükov (73. Hrachowitz)
Tore: 0:1 Hannes Schulze (20.), 1:1 Benny Pascal Blümel (24.), 1:2 Alexander Vasükov (30.), 1:3, 1:4 Hannes Schulze (36., 61.), 1:5 Christian Kloska (65.), 1:6 Jakob Hrachowitz (80.)
SR: Steven-Henry Burkhardt (Mansfeld); ZS: 11
