Eine Hälfte wie im Rausch, eine im Energiesparmodus: Heyrothsberge fegt Gommern im Landesklasse-Derby mit 7:1 (5:0) vom Platz und tankt Selbstvertrauen für den Endspurt.
Burger Volksstimme vom 14.04.2026
Der Sturm der Entrüstung war nur ein laues Lüftchen. Zumindest hat man die Heyrothsberger Landesklasse-Fußballer schon lauter und ausdauernder protestieren hören als am Sonnabend nach 84 Minuten. Das Derby, das längst keins mehr war, trudelte seinem Ende entgegen. Die Gäste aus Gommern brachten noch einmal durch Ruben Hübener die Flanke von der linken Offensivseite in den Strafraum herein. Dort sprang die Kugel Karsten Völckel an den Arm und Schiedsrichter Janek Monsch (Burg) deutete auf den Elfmeterpunkt. Dass Eric Napiontek die Vorlage aus elf Metern humorlos links unten verwandelte, fasste niemanden unter den Gastgebern großartig an. „Jedes Gegentor ist ärgerlich, aber dieses war eher ein Schönheitsfleck“, sagte Gastgebercoach Marcel Gieseler, denn mehr als den Ehrentreffer gewährte seine Mannschaft ihrem Gegner beim 7:1 (5:0)-Heimsieg nicht.
Anders als beim 2:0-Hinspielerfolg ließen sich die Unioner dabei auch nicht 90 Minuten Zeit für die Entscheidung, wobei vor allem Alexander Vasükov mit einem frühen Dreierpack hervorragte (7., 18., 38.). Einzig Sturmkollege Hannes Schulze durchkreuzte mit dem zwischenzeitlichen 3:0 (16.) den lupenreinen Hattrick, ehe auch Christian Kloska sein Trefferkonto auf elf Saisontore aufstockte (45.). Ganz und gar den roten Teppich ausgerollt bekamen die Platzherren vom Schlusslicht allerdings nicht: „Den fünf Gegentoren der ersten Hälfte zum Trotz haben wir es vor allem in den ersten 20 Minuten nicht schlecht gemacht, hatten viele Balleroberungen im Mittelfeld. Dann verhindern allerdings die letzten zehn, 15 Prozent bei der Entscheidungsfindung, dass daraus gefährliche Abschlüsse entstehen. Dagegen war Heyrothsberge ein gnadenlos effizienter Gegner“, zeigte sich Eintracht-Trainer Florian Sprengler mit dem Auftritt nicht gänzlich unzufrieden.
Die Würfel waren jedoch inzwischen längst gefallen. Während Gommern weiterhin um fußballerische Lösungen bemüht blieb, ließen es die Unioner nach der Pause ruhiger angehen. Lediglich Torjäger Tom Marks schnürte noch seinen Doppelpack (53., 78.). „Es ist nur menschlich, dass irgendwann angesichts des klaren Vorsprungs die allerletzte Entschlossenheit fehlt. Für unsere Verhältnisse können wir auch mit der Ausbeute leben. Die 50-Prozent-Quote bei der Chancenverwertung war ganz anständig“, zeigte sich der Union-Trainer versöhnlich. Wohlwissend, dass die „Wochen der Wahrheit“ mit Duellen gegen Spitzenreiter Eilsleben (25. April), Verfolger Niederndodeleben (9. Mai) und dem Kreispokalfinale gegen den Burger BC (23. oder 25. Mai) keine allzu große Verschwendungssucht verzeihen dürften.
Union: Leopold – Peukert (56. Wöhler), Gropius, Schlüter, Fritz, Völckel, Sensenschmidt (56. Taube), Kloska (66. Hrachowitz), Marks, Schulze (66. Hanke), Vasükov (56. Vogel)
Gommern: V. Werban – Thiem, Sindermann, Bea, Hübener, Da. Baumbach (83. Garnatz), Napiontek, Kunitschke, W. Hoppe (61. Randel), Knobloch (78. Jirse), Thauß
Tore: 1:0 Alexander Vasükov (7.), 2:0 Hannes Schulze (16.), 3:0, 4:0 Alexander Vasükov (18., 38.), 5:0 Christian Kloska (45.), 6:0, 7:0 Tom Marks (53., 78.), 7:1 Eric Napiontek (84., HE);
SR: Janek Monsch (Burg); ZS: 55
